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Bad Doberan

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Ehm Welks Wirken in Bad Doberan

Ehm Welk im Sommerarbeitsraum
Foto: Archiv Heribert Koth

Im Jahre 1950 entschied sich Ehm Welk, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Nach jahrelanger, vorrangig kulturpolitischer Arbeit - Welk gründete sechs Volkshochschulen in Mecklenburg, den Kulturbund in Ueckermünde, leitete die Schweriner Volkshochschule, hielt Vorträge, gab Leseabende usw. - wollte sich der außerordentlich erfolgreiche Autor mit Millionenauflage wieder seiner schriftstellerischen Arbeit zuwenden.

Auf der Suche nach einem neuen Wohnsitz fiel die Wahl auf Bad Doberan, wo er in der Dammchaussee 23 ein Haus mit Grundstück kaufen konnte, gelegen am Ortsrand, der ihn mit seinen Wiesen und Wäldern in Richtung Heiligendamm sehr an die Bruchlandschaft seines geliebten "Kummerow" erinnerte. Hier fand der 66jährige Ruhe und Abgeschiedenheit für seinen Alterssitz, gemeinsam mit seiner Frau, der Schriftstellerin Agathe Lindner-Welk.

So entstand in Bad Doberan in den folgenden Jahren in schneller Folge eine beachtliche Anzahl von Werken seiner letzten Schaffensperiode. Dazu zählen "Der Nachtmann" (1950), "Mein Land das ferne leuchtet" (1952 ), "Im Morgennebel" (1953 ), das Drehbuch zur Verfilmung von Fritz Reuters Versepos "Kein Hüsung" (1954), "Mutafo" (1955), der Erzählband "Der Hammer will gehandhabt sein" (1958), "Der wackere Kühnemann aus Puttelfingen" (1959) und schließlich "Die Geschichte einer armen Liebe", die hochdeutsche Fassung von Reuters Versepos "Kein Hüsung".

Daneben arbeitete Ehm Welk gemeinsam mit dem langjährigen verdienstvollen Leiter des Rostocker Hinstorff-Verlages, Konrad Reich, an der neunbändigen Gesamtausgabe seiner Werke (Ausgabe letzter Band, 1964).

Häufig unternahm Ehm Welk auch Lesereisen in beiden deutschen Staaten. Zahlreiche Auszeichnungen bestätigten, dass er zu den erfolgreichsten und beliebtesten Autoren in der DDR zählte. Es waren unter anderem der Nationalpreis III. Klasse (1954) , die Deutsche Friedensmedaille in Silber (1955), der Vaterländische Verdienstorden in Silber (1959), und der Professorentitel der Universität Greifswald ( 1964).

Kinder aus dem Kinderheim zu Besuch bei Ehm Welk.

Pioniere aus der Lessingschule Bad Doberan gratulieren Ehm Welk zu seinem 70. Geburtstag.

Ehm Welk mit seinem Pudel "Tüdel" am Gartenhaus.
3 Fotos: Archiv Heribert Koth

Von seiner Heimatstadt Bad Doberan wurde er (1954) zum Ehrenbürger ernannt. Hier war er als hilfsbereiter, kontaktfreudiger und sozial engagierter Mensch geachtet und anerkannt. Er pflegte enge Kontakte zu seinen Namensträgern, so z.B. den Kindern der Pionierfreundschaft "Ehm Welk" an der damaligen Bad Doberaner Lessingschule, oder dem Kinderheim in Nienhagen, die regelmäßig in der Dammchaussee 23 zu Besuch kamen.

Oder er unterstützte Menschen bei alltäglichen sozialen Problemen, wie Wohnungssuche usw. Auch war ihm der freundschaftliche Kontakt zu Freunden und Bekannten wichtig. Dazu zählte u.a. auch der Bildhauer Reinhard Schmidt.

In seiner knapp bemessenen Freizeit war Ehm Welk vor allem auch die Beschäftigung mit seinen Hunden sehr wichtig, ganz besonders mit seinem "Sohnemann", dem Pudel "Tüdel". Aber auch die Arbeit im Garten und das Autofahren bereiteten ihm Freude und Entspannung.

Die Lektüre überregionaler und regionaler Zeitungen beanspruchte einen Teil seines Tagesrhythmus. Viel Zeit nahmen auch die Kontakte zu seinen Lesern in Anspruch, die ihn entweder direkt in der Dammchaussee 23 sprechen wollten oder deren Briefe gewissenhaft und ausführlich beantwortet wurden.

So war das Haus für Ehm und Agathe Welk die ideale Wohn- und Arbeitsstätte geworden, ein Haus schöner Begegnungen, großer Gastfreundschaft und intensiven Gedankenaustauschs ...
Was lag näher, als nach ihremTod aus diesem Wohnsitz eine kulturelle Begegnungsstätte für die Bürger Bad Doberans und ihrer Gäste zu machen?

Grabstätte in Bad DoberanEhm Welk und seine Frau Agathe wurden auf dem Bad Doberaner Friedhof beigesetzt.

 

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